Presse

Viele kleine Schritte zum Parasolhotel

Einige Anstrengungen auf Weg zum Modellprojekt
Der lnklusionsbetrieb könnte 2018/19 eröffnen
Bad Dürrheim — Das geplante, vollständig barrierefreie Parasolhotel nimmt nach und nach konkrete Formen an, Auch wenn der Spatenstich noch der Ferne liegt, haben die Projektverantwortlichen alle Hände voll zu tun. Der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Parasolhotels, Günter Tarlatt, sagt: „Es vergeht kein Tag ohne Vorbereitung. Wir gehen viele kleine Schritte zum großen Ganzen." Dabei müsse man an „100 000 kleine Kleinigkeiten denken", so Tarlatt.

Die Finanzierung: Da das geplante Inklusionsprojekt aufgrund der Barrierefreiheit etwa ein Viertel teurer wird als ein herkömmliches Hotel und die daraus resultierenden Mehrkosten von vier Millionen Euro vom Förderverein aufgebracht werden müssen, sind die Projektverantwortlichen eifrig auf Sponsoren-, Fördermittel- und Geldersuche, um die Herkulesaufgabe bewältigen zu können. 14 Millionen Euro soll es insgesamt kosten. Um Gelder aus dem europäischen Sozialfonds zu bekommen, war kürzlich der Fördervereins-Schatzmeister Gerald Weiss in Berlin, um Gespräche direkt vor Ort führen zu können. Günter Tarlatt wird Ende April zu Gast bei der Hahn-Schickard-Gesellschaft sein, um in Kontakt mit Mitgliedsfirmen aus der Forschung zu treten. Ein weiterer Termin an hoher Verwaltungsstelle steht laut Tarlatt im Mai an, denn dann werden Gerald Weiss und Jürgen Guse (Vorsitzender des Regionalverbandes, Bräunlinger Bürgermeister und Vize-Vereinsvorsitzender) sowie Günter Tarlatt zu Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer fahren. „Wir wollen unser Anliegen auf höherer Ebene platzieren", so Tarlatt.
Wirtschaftsförderung
Anfang Juli wird der Förderverein des Hotels beim Wirtschaftstag der Wirtschaftsförderung des Kreises in der Bräunlinger Stadthalle eine Plattform zur Präsentation bekommen. Mitte August steht der erste Charity-Event für das Parasolhotel an. Dieses findet im Kurhaus während der Para-Weltmeisterschaften in Donaueschingen statt. "Hierzu werden 150 Athleten mitsamt Trainern und Begleitpersonen erwartet", berichtet Tarlatt. Insgesamt rechne man mit 500 bis 600 Personen. „Wir erhoffen uns, während der Weltmeisterschaft mit den Funktionären Kontakte knüpfen zu können".
Das Projekt: Das Parasolhotel soll auf dem 10 000 Quadratmeter großen, ehemaligen Chrischona-Gelände in der Huberstraße entstehen. Das Projekt ist einzigartig: Das 90-Zimmer-Hotel im Drei- oder Vier-Sterne-Bereich soll auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung — und ebenso denen ohne — eingerichtet sein und soll als lntegrationsbetrieb mit eigenem Restaurant und Tagungsbereich geführt werden. »- Die Idee: Vor sieben Jahren hatte Schatzmeister Gerald Weiss schon einmal die Idee, in Bad Dürrheim ein barrierefreies Hotel zu etablieren. Damals führte er Gespräche mit den Eigentümern des Kurheim Sanatoriums. Alles war soweit in trockenen Tüchern, auch Investoren und Betreiber waren gefunden. Doch die Eigentümer des Gebäudes, die Schwestern vom Göttlichen Erlöser, hatten andere Pläne. Somit wurde das Projekt gestoppt. Zusammen nahmen Günter Tarlatt und Gerald Weiss das Thema wieder in Angriff. Am 16. April 2014 wurde der Grundstückskaufvertrag unterzeichnet, das Hotel könnte nach den bisherigen Planungen 2018/ 2019 in Betrieb gehen.

Quelle: Südkurier vom 22.04.2015