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Gesetzesänderung bringt Vorteile

Soziale Betreuung im AWO Seniorenzentrum so vielseitig wie nie
VS-Schwenningen. Die Betreuungsassistentinnen, die bereits seit mehreren Jahren im AWO Seniorenzentrum beschäftigt sind, freuen sich über den Zuwachs in ihrem Team.
Seit 2015 haben durch das Pflegestärkungsgesetz nun alle Heimbewohner einen Anspruch auf zusätzliche soziale Betreuung, nicht nur wie bisher die Senioren, bei denen eine sogenannte Einschränkung der Alltagskompetenz nachgewiesen wurde.

Der veränderte Stellenschlüssel schafft neue Arbeitsplätze. Ab 1. Februar sind zehn Personen im Betreuungsbereich beschäftigt, unter ihnen erstmals auch ein junger Mann. So können in noch größerem Umfang als bisher vielfältige Betreuungsangebote realisiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt gibt es Kleingruppenangebote, bei denen zum Beispiel gesungen, musiziert, über das aktuelle Zeitgeschehen beim Zeitungvorlesen diskutiert oder gemeinsam etwas gebacken oder gekocht wird. Beliebt sind auch Erinnerungsstunden mit Gesprächen über frühere Gewohnheiten und Traditionen oder Gedächtnistraining mit Rätsel-und Sprichwörterraten. Darüber hinaus ist es möglich, Einzelförderungen mit Wohlfühlangeboten anzubieten.
Bei der Betreuung der Bewohner, die an einer Demenzerkrankung leiden, wird den Mitarbeitern besonders viel Aufmerksamkeit und Kreativität abverlangt. Es gilt individuell geeignete Wege zu finden, um gegenüber den Betroffenen auf deren Gefühls- und Stimmungslage zu reagieren, wo Worte aufgrund der Erkrankung nicht mehr ankommen. Regelmäßige Schulungen für die Betreuungskräfte tragen dazu bei, dass alle ihre Arbeit reflektieren, neue Anregungen mit in die Betreuung einbringen und ihre Erfahrungen mit den anderen Mitarbeitern austauschen können.
Danach befragt, worin sich die Arbeit als Betreuungsassistentin von anderen Tätigkeiten unterscheidet, erzählt Monika Weber: »Ich habe eine Lehre als Friseurin abgeschlossen und später im Verkauf als Modeberaterin gearbeitet. Heute habe ich zum ersten Mal wirklich das Gefühl, dass ich etwas Sinnvolles mache.« Ismeta Sivac berichtet: »Ich habe vorher als Wohnbereichshilfe im hauswirtschaftlichen Bereich gearbeitet. Diese Arbeit war körperlich anstrengender, aber Betreuung dementer Menschen ist psychisch sehr anspruchsvoll und erfordert die volle Präsenz.«
Alle Betreuungsassistenten sind sich einig, dass sie eine sinnerfüllte, kreative und vielfältige Arbeit ausüben, die den Heimbewohnern Lebensfreude und Wohlbefinden bereitet.

Quelle: Schwarzwälder Bote vom 30.01.2015