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Azubis helfen in der Wärmestube

Bad Dürrheimer Kaufland-Lehrlinge mit sozialem Projekt verbunden Auszubildende des Bad Dürrheimer Kaufland engagieren sich bei der Schwenninger Wärmestunde. Neben dem sozialen Engagement hat dies den Sinn, nicht verkaufte Lebensmittel vor Ablauf des Verfalldatums sinnvoll zu nutzen.

Bad Dürrheim. Im letzten Jahr hatte Kaufland in Bad Dürrheim sein 30. Standortjubiläum gefeiert. Neben Aktionen im Haus kam die Idee auf, auch ein soziales Projekt anzugehen, erläutert Jenny Esslinger, die nach dem Wirtschaftsabitur bei Kaufland eine Ausbildung zur Einzelhandelskaufrau absolvierte und sich jetzt zur Handelsfachwirtin ausbilden lässt. Die 25-Jährige war von Beginn an federführend bei der Initiative und fand heraus, dass in der Schwenninger Wärmestube ein Engagement sinnvoll sei.
Im Sozialen Zentrum am Neckar wird durch die AWO für wohnungslose und finanziell schwache Menschen ein offenes Angebot der Begegnung sowie ein günstiges Essen, aber auch
Beratung angeboten. „Ohne die Hilfe von ehrenamtlichen Helfern und Sachspenden könnte die Wärmestube nicht überleben'', sagt Ralf Grossmann. Kaufland-Marktleiter Dietmar Grießinger und Jenny Esslinger erkannten, dass eine Kooperation mit der Wärmestube für ein solches Projekt perfekt geeignet ist. Seither helfen Kaufland-Auszubildende an zwei Tagen im Monat in der Wärmestube beim Zubereiten der Speisen und im Service.
Während des Jubiläums wurden die Bad Dürrheimer Azubis durch 30 Auszubildende anderer Standorte bei der Aktion unterstützt. Im Vorfeld gab es durchaus auch Ängste, ob die Azubis angemessen mit der Armut umgehen würden. Bei den Auszubildenden Greta Zekaj, Olga Rose und Nico Tomaske waren solche Befürchtungen aber unbegründet.
Schon nach ersten Gesprächen offenbarte sich, dass viele Menschen schwere Schicksalsschläge zu bewältigen haben und dass das gegenseitige Mitteilen von den Beteiligten als durchaus wertvoll bewertet wird.
Während des Jubiläums waren 3000 Euro für die Wärmestube gesammelt worden. Das nach dem Jubiläum weitergeführte Projekt ist auch mit dem Thema Nachhaltigkeit und der Wertschätzung von Lebensmitteln verknüpft. Im Bad Dürrheimer Markt werden Waren nahe am Verfallsdatum stark herabgesetzt, um einen Abnehmer zu finden. „Kaufland vernichtet keine Lebensmittel'', laute ein Grundsatz, unterstreicht Dietmar Grießinger.
Obendrein werden alle zwei Wochen mit einem Großeinkauf der Wärmestube verbundene Lebensmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse mit bald auslaufenden Nutzungsdatum gespendet.
„Ich kann mir kein besseres Projekt vorstellen um den Auszubildenden soziale Kompetenz und Teamfähigkeit sowie die Wertschätzung von Lebensmitteln näherzubringen", freut sich Grießinger. Die Initiative wurde von der Fachzeitschrift „Lebensmittel Praxis" für den Preis „Ausbilder des Jahres 2014" nominiert. Durchschnittlich 42 Personen kommen am Tag in die Wärmestube, durchschnittlich 34 Essen werden ausgegeben.

Quelle: Südwestpresse vom 23.10.2014