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Männer in die Altenpflege

Vielseitige Karrieren möglich / Arbeiterwohlfahrt wirbt um Fachkräfte
VS-Schwenningen. Männer im Pflegeberuf sind zwar noch immer in der Minderheit, ihr Anteil nimmt jedoch stetig zu. Dass man in der Pflege auch Karriere machen kann, scheint bei der Berufswahl gerade für Männer eine wichtige Perspektive zu sein. Dies zeigen auch Beispiele aus dem AWO-Seniorenzentrum.

Ilja Puhlmann zum Beispiel wollte eigentlich Wirtschaftsinformatik studieren, kam jedoch vor 16 Jahren über den Zivildienst mit der Pflege in Kontakt. Er entschied sich trotz Studienplatzes für die Altenpflegeausbildung bei der AWO und ist heute Wohnbereichsleiter. »Zu meinen Tätigkeiten gehören die Dienstplangestaltung, Terminierung von Besprechungen und Schulungen, Pflegevisiten, Führen von Mitarbeitergesprächen, Kontrolle aller Arbeitsprozesse. Im Alltag bin ich vor allem Ansprechpartner für alle Fragen von rund 15 auf dem Wohnbereich tätigen Mitarbeitern, aber auch für Bewohner und deren Angehörige, Ärzte und externe Firmen. Im übrigen bin ich schnell zur Stelle, wenn es klemmt, und helfe auch in der Pflege mit«, berichtet der 35-Jährige, der in Kürze eine Weiterbildung zum Medizingerätebeauftragten beginnt und sich besonders auch für das Thema Qualitätsmanagement in Pflegeeinrichtungen interessiert.
Martin Dulog, ebenfalls 35, hatte zwar auch im Zivildienst seinen ersten Kontakt mit der Altenpflege, jedoch eine Uni-Laufbahn vorgezogen. Doch nach vielen Jahren auf dem Campus mit Theorien zur Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik und BWL hat er sich für eine Altenpflegeausbildung bei der AWO entschieden. »Weil ich eine zukunftssichere Arbeit haben wollte, in der ich für und mit Menschen arbeiten kann und nicht wie in meinem studierten Beruf nur mit Zahlen und Fakten jonglieren muss.« Dulog schätzt besonders auch die umfassende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Pflegebereich sowie Themen wie Psychologie, Medizin und Pflegemanagement. Wichtig sind ihm außerdem die guten Perspektiven: »Gerade diese haben den Pflegeberuf für mich attraktiv gemacht, so kann ich voraussichtlich später einmal auch meine erworbenen Fähigkeiten aus dem Studium im Bereich der Organisation und Betriebswirtschaft einbringen.«
Sirisak Tanlap (27) hat nach ersten Erfahrungen in der Krankenpflege gerade seine Altenpflegeausbildung abgeschlossen. Er hat besondere Freude am direkten und längerfristigen Bewohnerkontakt, aber auch die Arbeit als Schichtleitung habe ihren Reiz, gelte es doch, die Abläufe eines kompletten Wohnbereichs zu organisieren.
Auch Heimleiter Martin Hayer selbst hatte vor 27 Jahren mit einer Krankenpflegeausbildung den Start ins Berufsleben. Nach einem späteren Studium der Sozialarbeit ist er nun bereits mehr als zehn Jahre an der Spitze des AWO-Seniorenzentrums. »Der Weg aus der direkten Pflege am Patienten ins Management einer Pflegeeinrichtung war von mir keineswegs von Anfang an beabsichtigt, jedoch sehe ich deutlich einen roten Faden auf diesem Weg«, sagt der 48-Jährige.
Werbekampagne
Die AWO Baden startet eine Pflegefachkraftkampagne und zeigt dabei Gründe für den Altenpflegeberuf auf. Anlass war der sich abzeichnende Mangel an Fachkräften. Dabei entstanden nicht nur die Webseite www.awo-baden.de/ pflegejobs, sondern auch eine Infobroschüre, Banner, Plakate und andere Medien.
Eine Besonderheit: Alle Bilder für die Kampagne stammen von Fotoshootings mit tatsächlichen Bewohnern sowie Pflegefachkräften in Seniorenzentren.
»Ein guter Nebeneffekt ist es, zeigen zu können, dass man auch in der Pflegebranche ordentlich verdient, Beruf und Familie gut zu vereinbaren sind und man auch noch Karriere machen kann. Dies ist besonders für Männer eine wichtige Perspektive«, so Einrichtungsleiter Martin Hayer.

Quelle: Schwarzwälder Bote vom 01.10.2014